Donnerstag, 19. Oktober 2017

Bistum Essen: Prävention auf katholisch: Essener missbrauchte sieben Kinder aus katholischem Kirchenchor

Das Ausmaß an sexuellem Missbrauch und an Vertrauensbruch übersteigt fast schon die Vorstellungskraft. Über Jahre hat ein 29 Jahre alter Essener seine Kontakte in einem hochrangigen katholischen Kirchenchor* genutzt, um Opfer für die Befriedigung seiner pädophilen Neigung zu finden. Am Mittwoch verurteilte ihn das Landgericht Essen zu acht Jahren Gefängnis, verhängte zusätzlich die anschließende Sicherungsverwahrung.

Insgesamt sieben Kinder, so wurde in den Ermittlungen bekannt, missbrauchte der Chorsänger und Orgelspieler. Hatte er sie erst einmal in seiner privaten Umgebung, begann er mit sexuellen Annäherungen, steigerte die Intensität. Fotos und Videos fertigte er von den Jungen, die zum Teil erst neun Jahre alt waren, und bot die Bilder im Darknet, einem anonymen und für die Polizei kaum zu kontrollierenden Bereich des Internets, zum Tausch an.

*Anm.: Der Chor wird nicht genannt, um die Opfer zu schützen.

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  • Laut Urteil hatte er sich an sieben Jungen im Alter von 6 bis 13 Jahren vergangen. (wdr.de)

Montag, 16. Oktober 2017

Bistum Trier: Kommentar zum Statement von Bischof Ackermann zum "Hildesheimer Gutachten"

Herr Bischof Ackermann - Mit Verlaub, aber wie perfide sind Sie?

In Ihrem Statement zum "Hildesheimer Gutachten" beschreiben Sie diesen Schritt in der kritischen Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich als "wichtig". Er ist für Sie also von wesentlicher und fundamentaler Bedeutung.  

Dieser Schritt war nicht "wichtig", Herr Ackermann - dieser Schritt war das Mindeste, was ein Bistum überhaupt tun muss. Er sollte - sieben Jahre nach 2010 - zur Selbstverständlichkeit geworden sein.  Und je mehr sie die "Wichtigkeit" betonen umso mehr lässt dies erkennen, wie unsagbar groß Ihr Versagen in den letzten Jahren war,  - und wie  groß die Kluft zwischen Ihrer Fehlwahrnehmung und der Realität offensichtlich heute noch ist. 

"Die Analyse des Gutachtens ist offen und schonungslos, beschämend und mahnend" lassen Sie mitteilen.  Wissen Sie was, Herr Ackermann? Hätten Sie diese Worte nicht schon vor Jahren immer und immer wieder völlig emotionslos  für sich geltend gemacht, klängen sie vielleicht heute nicht so abgedroschen. -  Und die Worte wären evtl. sogar noch mit Glaubwürdigkeit behaftet. Doch genau dies erscheint inzwischen nahezu unmöglich -  nutzten Sie sie doch jahrelang phrasenhaft und leiern Sie seit 2010 immer und immer wieder herunter!

Weiter schreiben Sie: "Umso wichtiger empfinde ich, dass die Verantwortlichen im Bistum Hildesheim, Diözesanadministrator Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger, und Weihbischof Heinz-Günter Bongartz, öffentlich um Entschuldigung gebeten haben."-  Wie haarsträubend klingt dies von jemandem, der bis heute eine Entschuldigung ablehnt?   So behaupteten Sie im Jahr 2010:  "Die individuelle Schuld könnte durch eine Entschuldigung der Institution Kirche vernebelt werden." Genau dies erscheint Ihnen heute aber groteskerweise als "wichtig".  - Es geht nur noch selten um individuelle Schuld der Täter, Herr Ackermann. Es geht um Ihre Schuld! - Um Ihre Versäumnisse, um Ihren Umgang mit Betroffenen und um Ihr Versagen. Und hier können Sie sich nicht von Schuld freisprechen. Weder als Bischof von Trier - geschweige denn als "Missbrauchsbeauftragter" der DBK.

"Ich bin dem Bistum dankbar, dass es im Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs und deren Aufarbeitung einen – wie das Gutachten sagt – Paradigmenwechsel eingeleitet und zahlreiche Maßnahmen, insbesondere im Präventionsbereich, getroffen hat." - Was für eine fadenscheinige Aussage Ihrerseits.

Der "Paradigmenwechsel", der Ihrer Meinung nach stattgefunden hat, entspricht übrigens keineswegs einer "phasenhaften Veränderung von bestimmten Fragestellungen und Problemlösungsstrategien, die typisch ist für bestimmte wissenschaftliche Disziplinen oder Disziplinengruppen", wie er definiert ist,  sondern wohl eher einer "phrasenhaften" Veränderung Ihrerseits. - Mehr nicht.

Und hören Sie endlich auf, ständig von Ihrer "Prävention" zu brabbeln. Ohne eine ernstzunehmende Aufklärung kann Prävention nicht gelingen! Selbst Weihbischof Bongartz gestand heute ein, dass er die Täterstrategien nicht erkannt habe. Ob dies zu seinem Aufgabenbereich gehörte wage ich zu bezweifeln.  - Falls doch, hätte er auf die Täterstrategie hochsensibilisiert reagieren müssen. Schließlich betonen Sie doch immer wieder, wie gut Ihre Schulungen seien.  - Scheinbar doch nicht!  Bongartz hätte schlicht und ergreifend den Betroffenen glauben müssen. Es lagen zahlreiche Hinweise vor, die nicht ernstgenommen wurden.  

Herr Ackermann, Ihnen als "Missbrauchsbeauftragter" gelingt es nicht einmal in Ihrem eigenen Bistum dafür Sorge zu tragen, dass diejenigen, die dazu verpflichtet wären, Ihre Präventionsmaßnahmen anerkennen!  Das Bistum Trier mit Ihnen als Missbrauchsbeauftragten repräsentiert das Versagen der Katholischen Kirche im Umgang mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs durch Angehörige der katholischen Kirche beispiellos - im negativen Sinne.   -  Egal, welche Ihrer Aussagen man nimmt - es blieben und bleiben leere Versprechen. Ein einziges Trugbild. 

Noch einmal:  Mit Verlaub, Herr Bischof, aber es war nicht das Bistum Hildesheim, welches aufklärte! -  Und am wenigsten waren Sie es, der sich dafür einsetzte!

Es waren auch hier die Betroffenen, die ihr Schweigen brachen und sich hilfesuchend an die Öffentlichkeit wandten.  

Erst aufgrund des medialen Druckes entschied man sich für ein externes Gutachten.  - Genauso läuft es seit sieben Jahren in Ihrem eigenen Bistum. 

Schauen Sie genau nach Hildesheim, schauen Sie sich das traurige Versagen der Verantwortlichen in den letzten Jahre an und lassen Sie sich die Fragen beantworten, denen bei der heutigen Pressekonferenz ausgewichen wurde und die unbeantwortet blieben.

Sie als Missbrauchsbeauftragter, haben sich nicht zu dem Abschlussbericht der "Regensburger Domspatzen" gemeldet, und - was vielleicht noch wichtiger wäre - zu den aktuellen Vorwürfen in Ihrem eigenen Bistum Stellung bezogen.

Sich ausgerechnet jetzt mit dem Hildesheimer Gutachten zu brüsten und so zu tun, als sei dieses Gutachten auf Initiative der Katholische Kirche zurückzuführen ist ein weiteres Täuschungsmanöver.

Mit Verlaub, Herr Bischof, aber manchmal frage ich mich ernsthaft, inwiefern sich Ihre Strategie von der eines Täters unterscheidet!



Mit freundlichen Grüßen,

Claudia Adams


Bistum Hildesheim: "Naivität, Verantwortungslosigkeit, unklare Kommunikation"

Das Bistum Hildesheim und der Jesuitenorden haben über lange Zeit wissentlich in Kauf genommen, dass Minderjährige durch den pensionierten Priester Peter R. gefährdet wurden. Zu diesem Ergebnis kommt das Münchner Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP), das vom Bistum mit der Untersuchung beauftragt wurde und nun ein Gutachten vorgelegt hat.

Die Gutachter wiesen anlässlich der untersuchten Fälle auch auf grundsätzliche Probleme und Unzulänglichkeiten der katholischen Kirche im Umgang mit sexualisierter Gewalt hin.

Die Analyse des Falles Peter R. (im Gutachten "Anton P." genannt), der von 1982 bis 2003 im Bistum Hildesheim wirkte, "bringt gravierende Versäumnisse sowohl der Verantwortlichen des Bistums als auch des Jesuitenordens zutage", so die Gutachter. Demnach lassen sich insgesamt elf Fälle sexualisierter Gewalt nachweisen, die sich Peter R. während seiner Zeit in Hildesheim zuschulden kommen ließ. Mindestens sechs davon seien den Bistumsverantwortlichen bereits damals schon bekannt geworden.

Auch der Fall des jungen Mädchens wurde als "möglicher Fall einer Kindeswohlgefährdung nicht erkannt". Es sei nichts unternommen worden, um das Mädchen vor Kontaktaufnahmen durch Peter R. zu schützen. Und das, obwohl dem Bistum zu dieser Zeit alle Vorwürfe - sowohl im Bistum als auch im Berliner Canisiuskolleg - bekannt gewesen seien.

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Bistum Hildesheim: Pressekonferenz vom 16. Oktober 2017

Bistum Hildesheim: Schwerwiegende Versäumnisse - und Anlässe zum Nachdenken

Das Bistum Hildesheim hat heute den Bericht zu mehreren mutmaßlichen Missbrauchsfällen veröffentlicht, den das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) aus München im Auftrag der Diözese erstellt hat. Das Gutachten benennt vor allem im Umgang mit verschiedenen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs gegen den pensionierten Priester Peter R. deutliche Versäumnisse des Bistums.



Mittwoch, 11. Oktober 2017

Erzbistum Köln: 50.000 Euro Schweigegeld für Missbrauchsopfer in Rheinbach

Am Rheinbacher Konvikt des Pallottiner-Ordens gab es Anfang der 1960er Jahre mindestens drei Fälle des sexuellen Missbrauch. Ein Täter soll sein Opfer mit 50.000 Euro abgefunden haben.

Konkret habe es im Jahr 2009, noch vor dem öffentlichen Bekanntwerden der Fälle, eine notarielle Vereinbarung zwischen dem mit dem Vorgang beauftragten Pallottiner-Pater Norbert Possmann und dem Opfer gegeben, die einerseits die Zahlung von 50 000 Euro vorsieht und andererseits im Gegenzug „Stillschweigen über die Sachverhalte des Vergleichs“ verlangt.

„Das hat der Betroffene als Schweigegeld verstanden“, sagt Becker. Das Opfer ist inzwischen verstorben und kann selbst nichts mehr dazu sagen. Allerdings bestätigte auch dessen Bruder dem General-Anzeiger, dass die Zahlung mit einem dauerhaften Schweigen über die gesamten Vorgänge assoziiert wurde. Pallottiner Norbert Possmann bestätigte jetzt den Sachverhalt, will die Zahlung aber anders verstanden wissen. „Es ist nicht üblich und war auch damals nicht üblich, Geld zu zahlen und damit verbunden Stillschweigen zu vereinbaren“, so Possmann. Dies sei nur in diesem einen Fall geschehen, man habe sich auf Anraten des Anwaltes auf diesen Passus geeinigt.


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Erzbistum Köln: Missbrauchsskandal in Bad Münstereifel - Erzbistum Köln zieht beschuldigten Priester ab

Knapp einen Monat nach der Vorstellung des Abschlussberichtes über sexuellen Missbrauch und Misshandlungen am Collegium Josephinum in Bad Münstereifel hat das Erzbistum Köln auch den letzten beschuldigten Priester aus dem aktiven Dienst genommen. Dabei dürfte es sich um einen Geistlichen handeln, der 1982 nach sexuellen Übergriffen in Bad Münstereifel versetzt worden war und anschließend noch einmal die Stelle wechseln musste.

Dass unter Verdacht auf sexuellen Missbrauch stehende Priester mitunter noch viele Jahre seelsorgerisch tätig seien, liege allgemein daran, dass man zunächst den Hinweisen nachgehe. Falls diese konkret genug seien, seien personalrechtliche Konsequenzen möglich. Es müssten aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, teilte Heckeley mit.

Freitag, 6. Oktober 2017

Bistum Trier / Bistum Würzburg / Klosterneuburg: Tragen die Verantwortlichen des Bistums Trier Mitschuld an Missbrauchsfällen? - Das Bistum schweigt sich aus

Bistum Trier schweigt sich aus

Die Fragezeichen im Lebenslauf von X. tauchen nicht erst 1993 auf, sondern sechs Jahre früher im Bistum Trier. 1987 hat X. das Priesterseminar nach vier Semestern „auf eigenen Wunsch verlassen“, bestätigt das Bistum Trier auf Anfrage. Eine nähere Erläuterung, warum er dies tat, gibt Bistumssprecherin Judith Rupp nicht. Sie bestätigt auch nicht die Aussage des damaligen Regens, die dieser bereits vor Monaten gegenüber Johannes Heibel geäußert hat. Er sagte, dass X. aufgrund des Gesamteindrucks seiner Persönlichkeit für das Amt des Priesters nicht geeignet gewesen sei. 

Das Bistum Trier bestätigt, dass es tatsächlich eine Anfrage mit Datum vom 14. Januar 1987 gab. Was das Bistum Trier dem Stift Klosterneuburg jedoch geantwortet hat, darüber schweigt es sich trotz Nachfrage aus.

Falls die Antwort so ausfiel wie die Einschätzung des damaligen Regens, dann verwundert, warum das Stift Herrn X. aufgenommen hat. Wenn eine positive Beurteilung nach Österreich gegeben wurde, dann muss sich nun das Bistum Trier fragen, warum es das getan hat und ob es womöglich Mitschuld an den Missbrauchsfällen hat. Verwunderlich ist auch, dass es sich nicht spätestens bei der Primizfeier, zu der X. 1996 ins Bistum Trier zurückgekehrt ist, dazu geäußert hat.

Jedenfalls hätte X. aufgrund der jüngsten Rechercheergebnisse niemals eine geistliche Karriere anstreben sollen und dürfen.



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Montag, 2. Oktober 2017

Bistum Trier / Stift Klosterneuburg: Ein skandalöses Lehrstück von Vertuschung und falscher Fürsprache, welches im Bistum Trier begann

Eine Journalistin der deutschen Tageszeitung "Mainpost“ berichtet vor einigen Monaten, schon im Priesterseminar in Trier habe sich abgezeichnet, dass M. nicht für das geistliche Amt tauge. Der Mann habe das Seminar verlassen, um seinem Ausschluss zuvorzukommen.

"1993 missbrauchte ein Augustiner Chorherr im Stift Klosterneuburg einen minderjährigen Messdiener. Danach wurde er Priester und erneut zum Täter. Ein skandalöses Lehrstück von Vertuschung und falscher Fürsprache" - welches im Bistum Trier begann und seinen Lauf nahm.

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Samstag, 23. September 2017

Bistum Trier / Freisen : Das Bistum hat erneut versagt - ein Kommentar





Die kirchenrechtliche Voruntersuchung in der "causa Freisen" ist abgeschlossen.

Der Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen hat sich erhärtet. - In mehreren Fällen.

Das Bistum empfiehlt dem Vatikan, ein kirchenrechtliches Strafverfahren gegen den Pfarrer einzuleiten.


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Unglaublich schwere  Jahre liegen hinter den Betroffenen. 

Und ein unglaublich schweres Jahr hinter denjenigen, die den Betroffenen glaubten - und an sie glaubten.

Ein schweres Jahr liegt hinter uns, die wir für eine ernsthafte Aufklärung sexuellen Missbrauchs durch Angehörige der katholischen Kirche kämpfen. Ein schweres Jahr für alle, die gegen das System der Vertuschung kämpfen. - 

Selten war ein Fall so anspruchsvoll, waren die Zusammenhänge so ausufernd, waren so viele Personen bis in die höchste deutsche Kirchenhierarchie involviert. Selten wurden so viele Fragen aufgeworfen.

Diejenigen, die den Betroffenen glaubten, litten mit ihnen. - Tag für Tag.  Manche von ihnen aus eigener Erfahrung heraus. Aber nicht nur sie litten.  -  Es litten auch diejenigen, die sich hilfesuchend an ihren Bischof und Vorgesetzten wandten -  und bittere Erfahrungen machen mussten.

Die Emotionen, die während dieser Monate durchlebt wurden, werden erneut Narben hinterlassen.

Besonders die Emotionen, die durch die Worte der Verantwortlichen ausgelöst wurden.  Die Verantwortlichen, die uns keinen Glauben schenkten, die sich herausredeten, die sich nicht mehr erinnern wollten , die abstritten. Die Verantwortlichen und Beteiligten, die schlicht und einfach logen - ebenso wie die Verantwortlichen und Beteiligten, die wegsahen und schwiegen.   Diejenigen, die die Wahrheit sich selbst gegenüber,  vor ihrem Gott und  den Betroffenen gegenüber leugneten.

Darunter haben wir besonders gelitten. 

Wir standen  aber auch einer Institution gegenüber,  die bei uns Betroffenen dieselbe Ohnmacht hervorrief, die wir damals empfanden. Die Unfähigkeit, sich wehren zu können. - Ausgeliefert zu sein. Dieses Gefühl wurde uns immer und immer wieder - und mehr als deutlich - sowohl in Gesprächen als auch in Korrespondenzen mit dem Bistum Trier vermittelt. Besonders jedoch schmerzte das Verhalten des Bistums denjenigen gegenüber, die sich wiederholt in schriftlicher oder mündlicher Form vertrauensvoll an das Bistum wandten -  und offensichtlich nicht ernst genommen wurden.  

Dennoch wagten die, die noch Kraft besaßen, diesen schweren Weg zu gehen.  Die lähmende Ohnmacht zu überwinden. Den Kampf aufzunehmen. Nicht aufzugeben.  Und die Hoffnung nicht zu verlieren. - Selten erfuhr ich über einen so langen Zeitraum eine so gute, vertrauensvolle, und Mut machende Zusammenarbeit unter denjenigen, die sich entschlossen haben, diesen beschwerlichen und strapaziösen Weg auf sich zu nehmen. 

Es gilt an dieser Stelle denjenigen zu danken, die uns während dieser Zeit begleitet haben:

In erster Linie den Betroffenen, die ihr Schweigen brachen.

Weiterer besonderer Dank gilt den Priestern,  aber auch Geistlichen aus dem Generalvikariat,  die uns Hinweise gaben, bei der Aufklärung halfen, die ihr Schweigen brachen - uns Mut zusprachen und dabei selbst große Risiken eingingen.

Ein großer Dank an diejenigen, die sich in dieser Causa schriftlich  an Rom wandten. - Und an diejenigen, die sich vor Ort begaben.

Ich danke jedem Einzelnen, der uns half,  die „Causa Freisen“ nicht aufzugeben. 

Ebenso danke ich den Journalisten, die uns vertrauensvoll begleiteten  und von denen ich weiß, dass sie die "Causa Freisen" weiterverfolgen werden.   - Es werden noch etliche Fragen von den Verantwortlichen zu beantworten sein. Nach all dem Versagen der letzten Jahre in diesem Fall sind die Verantwortlichen  es den Betroffenen schuldig.

- Die zu Beginn des Missbrauchsskandals versprochene Transparenz, der "echte" Aufklärungswille, den Bischof Ackermann im Jahr 2010 versprach, lässt inzwischen -  sieben Jahre nach diesen Versprechen - auch den letzten Funken Hoffnung im Keim ersticken.  Bischof Ackermann zog und zieht bis heute ausschließlich dann Konsequenzen, nachdem die Medien veröffentlichen.   Auch über die Geschehnisse in der  "causa Freisen" war das Bistum seit Jahren informiert - und reagierte erst, als der Fall öffentlich wurde. 

Desgleichen wirft die "Causa Freisen" auch die Frage auf, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass ausgerechnet der Missbrauchsbeauftragte selbst einen Priester  aus seinem eigenen Bistum über Jahre hinweg schützt und verteidigt, der in den vergangenen Jahren acht (!) Mal bei der Staatsanwaltschaft angezeigt wurde. (Die Vorwürfe reichen von illegalem Waffenbesitz bis hin zum schweren sexuellen Missbrauch einer Grundschülerin. )

Die Vorgehensweise von Bischof Ackermann verdeutlicht in diesem langwierigen Fall aber auch erneut,  dass der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz noch nicht einmal in der Lage ist, die Fälle in seinem eigenen Bistum "aufzuklären". Dort, wo Vertrauen zu Bischof Ackermann als Vorgesetzten bestehen sollte. Allein schon seiner Biografie her wegen.  Doch dieses Vertrauen in den Vorgesetzten Bischof Ackermann scheint weiter zu bröckeln. - Auch im Generalvikariat selbst.

"Aufklärungswille zeigen"  hätte für Bischof Ackermann bedeutet:  Hinsehen und nicht wegsehen. Den Betroffenen Glauben schenken und sie nicht übergehen.  Hinweise ernst nehmen und nicht ignorieren. Dies hätte für Bischof Ackermann auch bedeutet, die Wahrheit nicht zu leugnen und sich selbst einzugestehen, dass das, was uns widerfuhr, keine Einzelfälle sind.  Es ist offensichtlich, dass von Seiten des Bischofs bis heute versucht wird, Aufklärung  um jeden Preis zu verhindern. Und das System fortzuführen, das über Jahrzehnte galt: Vertuschung.  

Die Frage, ob  überhaupt ein Wille erkenntlich ist, der eine ehrliche Aufklärung verspricht, mag jeder für sich selbst beantworten. - Schließlich hat zu dem Erkenntnisgewinn dieses Abschlussberichtes wohl jeder, dem Aufklärung am Herzen liegt, seinen Teil dazu beigetragen. - Aber gewiss nicht die Verantwortlichen im Bistum Trier. 

Das Mindeste und das, was jetzt unmittelbar erfolgen muss, ist eine Entschuldigung seitens des Bischofs. Und zwar all denjenigen gegenüber, denen der Bischof keinen Glauben schenkte. Denjenigen gegenüber, die direkt und indirekt unter der Vorgehensweise Ackermanns litten.  - Und das sind viele. - Angefangen bei den Betroffenen.


Claudia Adams

Sonntag, 17. September 2017

Bistum Trier: ehemaliger Trierer Priesterseminarist: Missbrauch von 1991 wurde jetzt öffentlich

Der Fall aus dem Jahr 1991 wurde bekannt, da der Geistliche erneut einen Buben missbraucht haben soll.

Der Geistliche soll sich im Jahr 1991 im Stift Klosterneuburg an einem minderjährigen Ministranten vergangen haben. Es wurde damals allerdings keine Anzeige erstattet. "Es sollte nur sichergestellt werden, dass Herr [...] aus dem Stift Klosterneuburg entfernt wird, was auch unmittelbar mit aller Konsequenz des Kirchenrechtes erfolgte."

Nach Missbrauchsfall zum Priester geweiht

„Das Stift hat den Chorherrn damals sofort suspendiert und ihn aufgefordert aus dem Orden auszutreten“, sagt Pressesprecher Walter Hanzmann gegenüber noe.ORF.at. Trotzdem wurde der Beschuldigte fünf Jahre später in Rumänien zum Priester geweiht.

Die Diözese in Rumänien habe sich nicht beim Stift über den Mann erkundigt, so der Sprecher, sonst hätte er nie zum Priester geweiht werden dürfen.

Nach seiner Weihe war der Beschuldigte in Basel und in Würzburg in Deutschland als Priester tätig. In Würzburg soll er sich dann erneut an einem Minderjährigen vergangen haben.

Vor dem Eintritt des Geistlichen in das Stift Klosterneuburg habe man sich über den Herren im Priesterseminar in Trier erkundigt. „Dort haben wir aber keine negative Auskunft erhalten, die eine Aufnahme in das Noviziat des Stiftes in Frage gestellt hätte." 


den vollständigen ARtikel auf "noe.orf.at" lesen



Eigene Recherchen ergaben jedoch, dass der damalige Personalverantwortliche im Bistum Trier bereits dem Seminaristen von einer Laufbahn als Priester abriet. Weitere Überprüfungen der biografischen Daten sowie vorliegender Schriftwechsel weisen eindeutig darauf hin, wie nachlässig die Kirche vor und nach den Missbräuchen mit den Tätern umgeht. - Auch heute noch. / ca


  • 1996 wurde der pädophil veranlagte Mann in Rumänien eilig zum Priester geweiht. Die Umstände der Zeremonie, die der Diözesanbischof von Oradea vornahm, verharren im Dunkeln. Laut profil brachte das Stift Klosterneuburg den Mann nach dem Übergriff noch mehrere Jahre lang in einer Wohnung in Wien-Döbling unter (!), die im Besitz des Stiftes steht. Bernhard Backovsky, der Novizenmeister war, als der Übergriff passierte, soll sich laut profil-Recherchen noch 1997 bei ehemaligen Augustiner Chorherren in Deutschland für den Pfarrer eingesetzt haben. Unklar ist, wer dem pädophil veranlagten Geistlichen zur Priesterweihe in Rumänien verholfen hat. Das Stift Klosterneuburg bestreitet jede Beteiligung im Hintergrund. Im Jahr 2000 bekam der Pfarrer im Bistum Würzburg eine kleine Gemeinde und vergriff sich hier erneut an einem Minderjährigen. (den vollständigen Artikel auf "profil.at" lesen)
  • Ungereimtheiten im Missbrauchsfall Klosterneuburg :Übergriffiger Pfarrer noch bis 1998 in Wiener Wohnung gemeldet. Profil berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über weitere Ungereimtheiten in der Missbrauchscausa des Stiftes Klosterneuburg. Laut Darstellung des Stiftes sei der Kontakt zum ehemalige Ordensbruder, der sich 1993 an einem minderjährigen Messdiener vergriffen hatte, im Jahr darauf – also 1994 – abgebrochen.  Laut Meldeamt war der Mann aber noch bis 1996 in Klosterneuburg gemeldet und anschließend in einer Wohnung in Wien-Döbling, die dem Stift gehört. Dort sei er bis 1998 gemeldet gewesen. (den vollständigen Artikel auf "profil.at" lesen)

Donnerstag, 14. September 2017

Bistum Köln: Jungen in katholischem Internat über Jahrzehnte gequält

In einem katholischen Internat in der Eifel haben kirchliche Mitarbeiter über Jahrzehnte Jungen gequält und missbraucht. Zu diesem Ergebnis kommt ein wissenschaftlicher Bericht im Auftrag des Erzbistums Köln, der am Vormittag vorgestellt wurde.


Demnach gab es am Collegium Josephinum in Bad Münstereifel bis in die Siebzigerjahre hinein Gewalt gegen Minderjährige in unterschiedlicher Form und ein "System des Machtmissbrauchs".

Es habe sexuellen Missbrauch, physische und psychischer Gewalt gegeben, heißt es zusammenfassend im Abschlussbericht. "Gewalt in allen drei Erscheinungsformen war keine Ausnahmenerscheinung in der Geschichte des Konvikts nach dem Krieg."

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Mittwoch, 13. September 2017

Erzbistum Köln: Streit über Missbrauchsstudie - Veranstaltung am Knabenkonvikt nach Drohungen abgesagt

Schrille Misstöne überlagern die geplante Präsentation einer groß angelegten Studie über jahrzehntelangen Missbrauch von Schülern am erzbischöflichen Konvikt „Collegium Josephinum“ in Bad Münstereifel. Nach Drohanrufen sagten die Leiterinnen des vom Erzbistum Köln in Auftrag gegebenen Projekts, die Pädagogik-Professorin Claudia Bundschuh (Hochschule Niederrhein) und die Kölner Rechtsanwältin Bettina Janssen, eine Information für Betroffene zum Abschlussbericht ab.

Zur Begründung für die Absage erklärte Bundschuh dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, sie könne den Schutz und die Integrität der primär Betroffenen nicht garantieren. 

den vollständigen Artikel auf "ksta.de" lesen


  • Um zu verhindern, dass Betroffene und Gegner der vom Erzbistum in Auftrag gegebenen Studie aufeinander treffen, habe man sich für eine Absage der öffentlichen Info-Veranstaltung entschieden, sagte Heckeley.  ("rp-online.de")

Dienstag, 12. September 2017

Bistum Münster: Befunde auf Datenträgern weisen deutlich unangemessenes Verhalten des Priesters gegenüber Kindern und Jugendlichen nach - Bischof Genn: "Kirchenrechtliches Verfahren eingestellt, da keine nachweisbaren kirchenrechtlichen Straftatbestände vorliegen, die eine Weitergabe an die Glaubenskongregation in Rom nötig machen"

Nachdem die Staatsanwaltschaften Oldenburg und Hannover die Verfahren gegen einen 74-jährigen Lohner Priester wegen des Verdachtes des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Vorzeigen pornographischer Abbildungen bzw. wegen Verbreitung jugendpornographischer Schriften eingestellt haben, hat jetzt auch Bischof Dr. Felix Genn die kirchliche Voruntersuchung per Dekret eingestellt. 

Es lägen keine nachweisbaren kirchenrechtlichen Straftatbestände vor, die eine Weitergabe an die Glaubenskongregation in Rom nötig gemacht hätten, begründet der Bischof seinen Schritt. 

Gleichwohl sei ein deutlich unangemessenes Verhalten des Priesters gegenüber den betreffenden Kindern und Jugendlichen zu konstatieren, was die Befunde auf seinen Datenträgern nachweisen. 

den vollständigen Artikel auf "offizialat-vechta.de" lesen

Donnerstag, 17. August 2017

Bistum Hildesheim: Gutachten zu Missbrauchsvorwürfen gegen verstorbenen Hildesheimer Bischof Janssen und gegen pensionierten Priester R. liegt vor - Öffentlichkeit wird erst über Inhalt des Gutachten informiert, wenn der Verantwortliche in Bezug auf den Umgang des Bistums mit den Vorwürfen, Bischof Trelle, vermutlich nicht mehr im Amt ist

Ein Jahr nach der Erteilung des Auftrags liegt jetzt das Gutachten zu Missbrauchsfällen im Bistum Hildesheim vor. Das teilte die Diözese am Mittwoch mit. Die Ergebnisse will das Bistum allerdings erst im Oktober der Öffentlichkeit mitteilen. "Wir werden das Gutachten jetzt genau lesen und schauen, welche Schlüsse wir aus den Ergebnissen ziehen müssen", sagte Weihbischof Heinz-Günter Bongartz.

Das Bistum Hildesheim hatte das Münchener Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) im August 2016 beauftragt, die Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Bischof Heinrich Maria Janssen, der 1988 starb, sowie gegen den pensionierten Priester Peter R. zu prüfen. Auch sollte geklärt werden, ob es mögliche weitere Hinweise auf sexuelle Übergriffe durch die Geistlichen gibt.

Wenn die Öffentlichkeit im Oktober über die Erkenntnisse der Gutachter informiert wird, ist der heutige Bischof Norbert Trelle womöglich nicht mehr im Amt: Er wird im September 75 Jahre alt und reicht dann sein Rücktrittsgesuch beim Papst ein. Trelle ist der Verantwortliche in Bezug auf den Umgang des Bistums mit den Vorwürfen gegen Janssen und R ...

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Mittwoch, 2. August 2017

Bistum Magdeburg: Pfarrer wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften verurteilt

Der ehemalige katholische Pfarrer von Braunsbreda ist wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Der Strafbefehl des Amtsgerichtes Merseburg ist rechtskräftig. Letztlich verurteilt wurde der Angeklagte aufgrund des Besitzes von mindestens 30.000 Bilddateien und knapp 300 Videodateien mit Kinderpornografie. 

Die Vorwürfe gegen den damals 66-jährigen Geistlichen, der seit Herbst 2008 als Pfarrer in Braunsbedra arbeitete, waren im April 2016 bekanntgeworden. Die amerikanische Bundespolizei FBI ermittelte damals gegen den Betreiber einer einschlägigen Internetseite und war dabei auf Daten des Braunsbedraers gestoßen.

Das Bistum Magdeburg war zuvor schon krisenerprobt, musste es doch in der Vergangenheit bereits auf mehrere ähnliche Vorfälle reagieren.  Der Pressestelle des Bistums zufolge gab es in den 60 Jahren bis Mitte 2016 acht Fälle von nachgewiesener sexueller Gewalt von Geistlichen an Kindern und Jugendlichen oder Besitz kinderpornografischer Schriften. Sieben seien Priester gewesen, vier von ihnen seien bereits verstorben. – „Die Vorwürfe bedeuten ganz klar einen Imageschaden“, hatte Thomas Lazar von der Pressestelle des Bistums gleich zu Beginn der Ermittlungen gegenüber der MZ gesagt.

Mittwoch, 26. Juli 2017

aktualisierte
Reaktionen  auf den  Abschlussbericht 
der "Regensburger Domspatzen"
 finden Sie auf der Seite

Montag, 17. Juli 2017

Bistum Trier / AKO Bad Godesberg: Missbrauchsopfer des Aloisiuskollegs kämpft gegen Verjährung - mutmaßlicher "Täter Nr. 2" war bis 2006 im Bistum Trier tätig und soll sich bereits schon am Jesuitenkolleg in Büren sexueller Übergriffe schuldig gemacht haben



"(...) Der 2007 verstorbene zweite Jesuit war von 1952 bis 1955 Präfekt und von 1969 bis 1995 Lehrer am Ako. In der Zeit dazwischen soll er sich dem Zinsmeister-Aufklärungsbericht von 2011 zufolge „sexueller Übergriffe“ am Jesuitenkolleg Büren schuldig gemacht haben. Für seine Jahre am Ako verzeichnet der Bericht strafbare Körperverletzungen. (...) (Quelle: "general-anzeiger-bonn.de")                                   


 "(...) Er lebte wie auf der Überholspur des Lebens, sah die Arbeit und sprang hinein: sowohl von Koblenz aus, wo er zwei Jahre als Beichtseelsorger wirkte, wie seit 2001 von Trier aus, als er den deutschsprachigen Raum für die Gebetsmeinungen des hl. Vaters erschließen wollte (...)   Die Umsiedlung von Trier nach Köln im November 2006 hatte sein Bruder H.  übernommen (...)  (Quelle: "con-spiration.de", Nachruf, 2007) 

Quellen:
"volksfreund.de", "general-anzeiger-bonn.de", "con-spiration.de", "jesuiten.org" ("Zinsmeister-Bericht")


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Im Fall des Ex-Schülers des Aloisiuskollegs (Ako), der schwere Missbrauchsvorwürfe gegen zwei frühere Patres erhebt, hat die Bonner Staatsanwaltschaft frühere Angaben korrigiert: Der Betroffene habe sich seit November 2016 doch mehrfach an Strafverfolgungsbehörden gewandt, so Behördensprecher Sebastian Buß. Erst erstattete der Mann in seiner Heimatstadt Strafanzeige gegen die Jesuitenpatres, die ihn in den Jahren 1980 bis 1983 gemeinschaftlich missbraucht haben sollen. Einen dritten Pater zeigte er wegen gefährlicher Körperverletzung an.

Der Betroffene berichtet dem GA, er habe dem Ako Anfang 2010, als der Missbrauchsskandal ausbrach, die Taten schriftlich mitgeteilt, aber nie eine Antwort erhalten. Ako-Schulleiter Manfred Sieburg erklärt dazu, man wisse nichts davon, dass dieses Schreiben im Ako angekommen sei...



Sonntag, 16. Juli 2017

Bistum Trier / Solothurn: ehemaliger Trierer Priesterseminarist: "Als die Kirche in Erschwil ihre Unschuld verlor"

  • "Priester wegen sexuellem Missbrauch verurteilt – schon im Schwarzbubenland verhielt er sich komisch"
In der römisch-katholischen Kirchgemeinde Erschwil war Ende der 90er-Jahre ein Priester tätig, der später in Deutschland wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde. Doch bereits im Schwarzbubenland legte er ein merkwürdiges Verhalten an den Tag. Reinhard Hänggi betont, dass der Kirchgemeinderat damals über allfällige Belästigungen durch den aus dem Saarland stammenden Kaplan nachgeforscht habe. «Heute müsste man auf jeden Fall Ansprechpersonen für sexuelle Übergriffe über das ungewöhnliche Verhalten des Geistlichen informieren», sagt Hansruedi Huber, Kommunikationsverantwortlicher des Bistums Basel. Als sich Ende der 1990er-Jahre die Geschehnisse zutrugen, sei die Sensibilisierung für möglichen Missbrauch aber noch nicht so gross gewesen wie heutzutage. 

  • "Als die Kirche in Erschwil ihre Unschuld verlor"

In der römisch-katholischen Kirchgemeinde Erschwil war Ende der 90er-Jahre ein Priester tätig, der später in Deutschland wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde. Bereits im Schwarzbubenland legte er ein merkwürdiges Verhalten an den Tag.


  • "Verurteilter Missbrauchstäter arbeitete in Erschwil als Kaplan"
Laut einem Bericht der «Schweiz am Sonntag» (16. Juli) war ein Priester, der 2002 in Deutschland wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde, zuvor in der solothurnischen Pfarrei Erschwil als Kaplan tätig. Der damalige Kirchenratspräsident machte zwar seltsame Beobachtungen, aber nicht mehr. Auch wenn für den damaligen Kaplan von Erschwil für die Zeit in der Schweiz die Unschuldsvermutung gilt, gab es doch Anzeichen von unkorrektem Verhalten. So habe der Priester zugegeben, mit Ministranten von seinem Bett aus fern gesehen zu haben....

Donnerstag, 29. Juni 2017

Bistum Regensburg: Anklage gegen Ex-Pfarrer wegen schweren sexuellen Missbrauchs an Kindern

Die Staatsanwaltschaft Deggendorf hat heute gegen einen 53-jährigen Ex-Pfarrer Anklage erhoben. Ihm werden unter anderem mehrere Sexualdelikte vor allem an Kindern vorgeworfen.

Die Missbrauchstaten wurden im Raum Mainz, in Österreich, Italien, der Schweiz und Polen sowie im Landkreis Deggendorf begangen. Die Auslandstaten konnten schnell aufgeklärt werden. Einzelheiten zu den einzelnen Missbrauchstaten, die rechtlich in einer Vielzahl von Fällen als schwerer sexueller Missbrauch von Kindern zu qualifizieren sind, können aus Opferschutzgründen und mit Rücksicht auf das Persönlichkeitsrecht der zur Tatzeit minderjährigen Geschädigten nicht genannt werden, so die Staatsanwaltschaft.

Wohl vermindert schuldfähig

Der Angeschuldigte hat laut Staatsanwaltschaft nur einzelne, wenige Missbrauchstaten gestanden. Ein forensisch-psychiatrisches Sachverständigengutachten geht derzeit davon aus, dass der 53-Jährige wegen Triebanomalie bei Begehung der Missbrauchstaten vermindert schuldfähig war und von ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht. Deshalb will die Staatsanwaltschaft seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus beantragen.

Montag, 26. Juni 2017

Bistum Trier / Bad Godesberg (AKO): Nach Verjährung keine Ermittlungen nach Vergewaltigungsvorwürfen am Bonner Ako

Die Bonner Staatsanwaltschaft wird neue Vergewaltigungsvorwürfe am Bad Godesberger Aloisiuskolleg nicht verfolgen. Zum einen seien die mutmaßlichen Straftaten dreier Jesuitenpatres verjährt. Zum anderen habe der Geschädigte sich bewusst nicht den Strafverfolgungsbehörden gegenüber geäußert. Am Wochenende waren die neuen Vorwürfe gegen die katholische Einrichtung bekannt geworden.

Der mittlerweile 47-jährige betroffene Ex-Schüler hatte sich dem "Eckigen Tisch", einem Verein der Geschädigten des Aloisiuskollegs anvertraut. Er gab an, in den achtziger Jahren von zwei Jesuitenpatres vergewaltigt und von einem dritten schwer misshandelt worden zu sein. Nach Aussage der Staatsanwaltschaft handelt es sich dabei um Fälle, die bisher noch nicht aktenkundig geworden waren. 

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  • "Erneut schwerer Vorwurf gegen Aloisiuskolleg Bonner Schüler von Jesuiten vergewaltigt?" Erneut muss sich die Staatsanwaltschaft mit Missbrauchs-Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Bonner Aloisiuskolleg befassen. Wie der Eckige Tisch Bonn auf seiner Homepage mitteilt, hat sich ein ehemaliger Schüler gemeldet, der angibt, während seiner Schulzeit im Aloisiuskolleg zwischen 1980 und 1983 mehrfach Opfer schwerer sexueller Gewalt geworden zu sein. ("ksta.de")


sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: Zweiter Aufarbeitungsversuch des sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester gerät ins Stocken




Die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester gerät ins Stocken. Es ist nicht das erste Problem des Projekts.

Eigentlich wollten die Forscher Ende 2017 die Ergebnisse vorlegen – nun wurde die Frist für die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs innerhalb der katholischen Kirche bis September 2018 verlängert. „Aufgrund des Umfangs und auch der Komplexität ist dieser Schritt notwendig.“, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom Montag.
Die katholische Kirche hatte sich mit dem Zugang zu den internen Akten, die über den sexuellen Missbrauch „durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige“ Aufschluss geben sollen, lange schwer getan. Ein erstes Forschungsprojekt mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer war gescheitert, weil dieser der Kirche vorwarf, seine Forschung zensieren und kontrollieren zu wollen.

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Freitag, 23. Juni 2017

Bistum Trier / Bad Godesberg (AKO): "Neue Dimension der Vergehen"


Quelle: "www.aloisiuskolleg.de"


  • Neue Missbrauchsvorwürfe an Bonner Jesuitenschule: Erneute Vorwürfe am Aloisiuskolleg in Bonn: Ex-Schüler berichtet laut Agenturbericht von sexuellem Missbrauch zwischen 1980 und 1983 ("wdr.de")
  • Aloisiuskolleg Bad Godesberg: Ex-Patres am Aloisiuskolleg wird Vergewaltigung vorgeworfen ("general-anzeiger-bonn.de")


Bistum Trier / Bad Godesberg (AKO): neue Vorwürfe des schweren sexuellen Missbrauchs durch mehrere Jesuitenpatres

Berlin, 23.06.2017. Beim ECKIGEN TISCH BONN, dem Verein der Geschädigten des Aloisiuskollegs e.V. hat sich ein Betroffener (geboren 1970) gemeldet, der angibt während seiner Schulzeit im Aloisiuskolleg 1980-83 als Kind mehrfach Opfer schweren sexuellen Missbrauchs insb. durch zwei Jesuitenpatres (und gefährlicher Körperverletzung durch einen dritten Pater) geworden zu sein.

Bei den namentlich benannten Missbrauchstätern handelt es sich in der Darstellung zum einen um den ehemaligen Internats- und Schulleiter der wohl in Tatgemeinschaft mit einem anderen Jesuitenpater das Kind nackt fotografierte, bis zur Ohnmacht würgte und inklusive Penetration vergewaltigte habe. Der andere Jesuitenpater zum anderen, der Lehrer am Ako war, sei dabei zugegen gewesen und habe das Kind danach ebenso vergewaltigt.

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Freitag, 16. Juni 2017

Bistum Trier: Verhalten von Bischof Ackermann und seinem Bistum löst bei Gläubigen Entsetzen und Unverständnis aus




"Sie dürfen versichert sein,

dass Herr Bischof und die Personalverantwortlichen des Bistums 
um ihre Verantwortung wissen und sie auch wahrnehmen." (!)

(Zitat aus dem Antwortschreiben des Bistums, Juni 2017)
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Viele Freisener Gläubige fordern mehr Rückendeckung für Pfarrer Hanno Schmitt, der seit den Missbrauchsvorwürfen gegen den ehemaligen Freisener Pfarrer öffentlich angefeindet wird und gar Drohbriefe erhält.

"Doch das Verhalten und das permanente Schweigen des Bistums zu all den Anfeindungen gegen Pastor Schmitt" löse bei vielen Gläubigen Entsetzen und Unverständnis aus. 

Die internen Ermittlungen gegen den ehemaligen Freisener Pfarrer wegen sexuellen Missbrauchs sind nach wie vor nicht abgeschlossen. Auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung heißt es aus der Pressestelle des Bistums Trier: "Die kirchenrechtliche Untersuchung läuft intensiv; wir gehen momentan davon aus, dass sie im Laufe des Sommers zum Abschluss gebracht werden kann."


Freitag, 9. Juni 2017

Bistum Trier / Bistum Würzburg: Diözese Würzburg sah bei Anstellung des ehemaligen Trierer Priesterseminaristen keinen Grund nachzufragen - Anzeige erfolgte erst nach Weitergabe privater Rechercheergebnisse an die Medien

Hätte die Diözese Würzburg schon 2000 bei Anstellung eines Priesters Verdacht schöpfen müssen und wäre so möglicherweise ein Missbrauch 2002 in einer kleinen Rhöngemeinde verhindert worden? Diese Fragen stellen sich viele, nachdem bekannt wurde, dass das Bistum den heutigen Ruhestandspriester wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt hat.

Das Bischöfliche Ordinariat Würzburg erfuhr erstmals in den vergangenen Wochen von dem möglichen Missbrauch Anfang der 1990er Jahre. Nach eigenen Recherchen und der Konfrontation des Priesters mit dem Vorwurf erstattete Generalvikar Thomas Keßler schließlich Anzeige.

Donnerstag, 8. Juni 2017

Bistum Trier / Bistum Würzburg: Diözese zeigt Ruhestandspriester wegen sexuellen Missbrauchs an - Beschuldigter Priester stammt aus dem Bistum Trier und wurde bereits verurteilt


Das Bistum Würzburg hat einen 55-jährigen Ruhestandspriester bei der Staatsanwaltschaft wegen sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen angezeigt. Dieser Missbrauch soll Anfang der 1990er Jahre in Österreich passiert sein. Dort war der Priester damals Mitglied einer Ordensgemeinschaft.

Wegen Missbrauchs in den Ruhestand versetzt

Der 55-Jährige stammt nicht aus dem Bistum Würzburg und wurde 1996 in Rumänien zum Priester geweiht. Der Mann lebte in den 1990er Jahren in einer Ordensgemeinschaft in einem österreichischen Kloster. 2000 kam er in das Bistum Würzburg. Der Geistliche war bis 2002 als Pfarradministrator im Bistum Würzburg eingesetzt. Dort kam es 2002 zu sexuellem Missbrauch, den der Priester selbst anzeigte. Der Würzburger Bischof entband ihn daraufhin von seinen Aufgaben. Ein Amtsgericht verurteilte den Priester wegen dieses Tatgeschehens im Jahr 2002 unter anderem zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung. Außerdem entschied die römische Glaubenskongregation, dass der Priester nach Abschluss einer Therapie nicht wieder in der ordentlichen Seelsorge eingesetzt wird.

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"Der Anfang liegt im Erzbischöflichen Collegium Marianum in Neuss. Der damalige Direktor sagt, er habe über den Mann ein Gutachten für den Übergang zum Priesterseminar in Trier geschrieben. Es sei nicht gut ausgefallen. Recherchen Heibels zufolge hat dann Mitte der 1980er Jahre der Regens erklärt, dass der Mann aufgrund des Gesamteindrucks seiner Persönlichkeit für das Amt des Priesters nicht geeignet sei. Der so Abgeurteilte ging nach Österreich und wurde dort in einem großen Kloster aufgenommen. Er sei damit seiner Entlassung aus dem Priesterseminar zuvorgekommen, so der Trierer Regens, und: Das Kloster hätte sich nie bei ihm erkundigt, warum der Mann das Seminar vorzeitig verließ."

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Mittwoch, 17. Mai 2017

Bistum Hildesheim: Staatsanwaltschaft Hildesheim kritisiert scharf das Bistum

Transparenz wird zum Dilemma

Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat das Vorpreschen des Bistums wegen eines möglichen Missbrauchfalls an der katholischen Marienschule am Mittwoch scharf kritisiert. Das Bistum hatte gestern unter anderem bekanntgegeben, dass neben den kirchlichen Ermittlungen auch ein Verfahren der Anklagebehörde gegen den unter Verdacht stehenden Lehrer eingeleitet worden sei. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft sei es nicht hilfreich für die Ermittlungen, wenn Betroffene und deren Umfeld Kenntnis von einer Strafanzeige hätten, bevor die Polizei zu Vernehmungen vorgeladen habe, sagte die Sprecherin der Hildesheimer Staatsanwaltschaft, Christina Pannek, NDR Kultur.

Doch die Diözese steckt nach der zögerlichen Informationspolitik bei früheren Missbrauchsvorwürfen offenbar in der Klemme. Offenbar wollte das Bistum unbedingt den Eindruck vermeiden, dass man aus früheren Fällen nichts gelernt habe ....

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Dienstag, 16. Mai 2017

Bistum Hildesheim: Prävention auf katholisch - Präventionsbeauftragte nach aktuellem Missbrauchsvorwurf: "Kein Anlass, die Strategie zu überdenken. Wir überprüfen uns sowieso ständig"






"Damit ein Kind nicht zu zehn Erwachsenen gehen muss, bis einer zuhört, sondern vielleicht nur zu drei."
„Wir schulen alle hauptamtlichen Mitarbeiter und alle Ehrenamtlichen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben“, erklärt deren Leiterin Jutta Menkhaus-Vollmer. Es gehe vor allem darum, aufzuklären, wo sexueller Missbrauch beginnt, und mehr Sensibilität für das Thema zu schaffen. „Damit ein Kind nicht zu zehn Erwachsenen gehen muss, bis einer zuhört, sondern vielleicht nur zu drei. (...) Auch gelte es, Mitarbeiter sensibler für Anzeichen eines sexuellen Missbrauchs zu machen – sowohl bei Tätern als auch bei Opfern – und sie zu ermuntern, anzusprechen, wenn jemand sich nicht korrekt verhält. Anlass, aufgrund des aktuellen Falles ihre Strategie zu überdenken, sieht sie nicht. „Wir überprüfen uns sowieso ständig.“





Bistum Hildesheim: Stellungnahme des Bistums zu erneutem Missbrauchsvorwurf



"Das Bistum Hildesheim hat gegen einen Lehrer der Hildesheimer Marienschule Strafanzeige gestellt, der sexuelle Übergriffigkeit gegenüber einer jugendlichen Schülerin zugegeben hat.
Der Pädagoge wurde vom Unterricht suspendiert und fristlos entlassen. Außerdem darf er die Schule nicht mehr betreten.
Die Eltern der Schülerin informierten die Schulleitung in der vergangenen Woche über den Missbrauch. Der zuständige Direktor der Hauptabteilung Bildung im Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim, PD Dr. Jörg-Dieter Wächter, lud den Lehrer daraufhin unverzüglich vor. Im Gespräch mit Wächter gab der Mann zu, sexuell übergriffig geworden zu sein.
Das Bistum hat der Jugendlichen und ihren Eltern umfassend Hilfe angeboten. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen wird die Diözese keine weiteren Angaben zu diesem sexuellen Missbrauch machen.
„Dass trotz intensiver Präventionsarbeit eine Jugendliche an der Marienschule Opfer eines sexuellen Missbrauchs geworden ist, schockiert und bestürzt mich“, sagt Bischof Norbert Trelle."

Quelle: "bistum-hildesheim.de" 

Bistum Hildesheim: erneut Missbrauchsvorwurf an katholischer Schule in Hildesheim

Missbrauch an katholischer Schule in Hildesheim?

Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat Ermittlungen wegen eines möglichen Missbrauchsfalls an der katholischen Marienschule in Hildesheim aufgenommen. Es gebe einen Anfangsverdacht des sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft der "Hildesheimer Allgemeinen Zeitung". Demnach soll sich ein Lehrer an einer Schülerin vergangen haben.

Das Bistum hat den Pädagogen mittlerweile fristlos entlassen und mit einem Hausverbot für die Marienschule belegt. Außerdem wurde Strafanzeige erstattet. Der Mann soll bei einem Gespräch mit dem Bistum bereits eingeräumt haben, "sexuell übergriffig" geworden zu sein. Die Eltern hatten sich in der vergangenen Woche bei der Schulleitung gemeldet, nachdem ihre Tochter sich ihnen offenbart hatte. Bislang unbekannt ist, wie alt das Mädchen ist und ob es sich um einen oder mehrere Vorfälle gehandelt haben soll.

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Lehrer gesteht sexuellen Übergriff
Hildesheim (dpa/lni) - Nach einem mutmaßlichen sexuellen Übergriff an einer Schülerin hat das Bistum Hildesheim einen Lehrer eines katholischen Gymnasiums fristlos entlassen. Das teilte der Sprecher des Bistums, Volker Bauerfeld, am Dienstag mit. «Wir haben Strafanzeige gestellt. Er darf die Schule nicht mehr betreten.» Die Eltern hätten die Schule letzte Woche informiert. Der Mann habe gestanden. «Dass trotz intensiver Präventionsarbeit eine Jugendliche an der Marienschule Opfer eines sexuellen Missbrauchs geworden ist, schockiert und bestürzt mich», sagte Bischof Norbert Trelle. Zunächst hatte die «Hildesheimer Allgemeine Zeitung» berichtet.

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Dienstag, 9. Mai 2017

Bad Godesberg / AKO: nach mutmaßlich erneutem sexuellen Übergriff: "Die Katholische 'Self-Made-Aufarbeitung' ist gescheitert" - Mutmaßlicher Täter verfasste Präventionsleitfaden selbst mit

"... Augenscheinlich haben es der Schulträger, der Jesuitenorden und die Verantwortlichen am AKO, entgegen vollmundiger Bemühungen, wieder nicht vermocht Übergriffe auf Schutzbefohlene von diesen fernzuhalten. Ursachen hierfür sehen wir im Unvermögen/Unwillen, sich einer wirklichen, weltlichen und externen Überprüfung – auch des Ordens – zu unterwerfen und daraus die richtigen Schlüsse für eine sichere Schulumgebung zu ziehen und umzusetzen.
Katholische Self-Made-Aufarbeitung (u.E. ein Widersprich in sich) ist gescheitert. Im vorliegenden Fall hat, unseres Wissens nach, der mutmaßliche Täter den Präventionsleitfaden des AKO mitverfasst, für dessen schnelle Vorlage noch 2010 man sich dort gefeiert hatte
Eine Bigotterie besonderen Ausmaßes sehen wir in dem Umstand, dass, nach den uns vorliegenden Informationen, der beschuldigte Lehrer mehrere Tage vor dem Festakt zur Verabschiedung des Rektors am 27. April 2017 suspendiert wurde. Im Beisein des Bonner Oberbürgermeisters, des Kölner Weihbischofs, des Jesuiten Provinzials, des Paters Klaus Mertes (!) und weiterer ranghoher Jesuiten, Eltern, Lehrern, Schülern, Pressevertretern, etc. und Missbrauchsbetroffener wurde keinerlei öffentlicher Bezug auf den aktuellen Fall hergestellt bzw. dieser bekanntgegeben. Hingegen wurde bei dem Anlass, wie auf der Website des AKO (bis heute ohne Stellungnahme zum neusten Skandal) zu lesen ist: „Besonders seine Bemühungen um die Aufarbeitung des Missbrauchs im Aloisiuskolleg und seine Dialogbereitschaft mit den Betroffenen (…) hervorgehoben. (...)
          zur vollständigen Stellungnahme "Eckiger Tisch Bonn"  
  • Polizei bestätigt Anzeige gegen Lehrer /  Der Betroffenenverein Eckiger Tisch Bonn hat wegen des neuen mutmaßlichen Missbrauchsfalls am Aloisiuskolleg (Ako) in Bad Godesberg den Dialog mit der Schule abgebrochen. Er fordert nun Konsequenzen. ("general-anzeiger-bonn.de")
  • Stellungnahme des AKO: "Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen – und nur deshalb  – haben wir uns entschieden, zu den Hintergründen der Trennung vorerst Stillschweigen zu bewahren." direkt zur Stellungnahme des AKO
  • Erzbistum Köln / Bad Godesberg: sexuelle Übergriffe am AKO nehmen kein Ende - neuer Fall von Missbrauch an katholischer Jesuitenschule / Bad Godesberg: Am Aloisiuskolleg (Ako) in Bad Godesberg hat es Mitte April offenbar einen sexuellen Übergriff durch einen Mitarbeiter gegeben. Wie Dirk Schneemann, Pressesprecher der Bezirksregierung, auf GA-Anfrage bestätigte, habe das Kolleg der Schulaufsicht mitgeteilt, dass sich ein Lehrer einer solchen Tat schuldig gemacht habe. Die Frage, ob das Kolleg Strafanzeige gegen den Mann gestellt habe und weshalb, ließ Siebner unbeantwortet. Nach GA-Informationen soll Mitte April ein Lehrer einer Schülerin gegenüber übergriffig geworden sein. In einem Rundschreiben an die Eltern bittet das Ako zum Schutze der Persönlichkeitsrechte aller dringend um Diskretion. Das Ako ist seit 2010 mit der Aufarbeitung zahlreicher Missbrauchstaten aus Jahrzehnten zuvor beschäftigt. Der Betroffenenverein Eckiger Tisch Bonn erklärt zu dem neuen Tatvorwurf: "Wir fühlen mit den möglichen Opfern von sexueller Gewalt. Wir sind schockiert und fragen uns, wie gerade hier mutmaßlich weitere Menschen geschädigt werden konnten." ("general-anzeiger-bonn.de")

Donnerstag, 4. Mai 2017

Bistum Trier: Ackermann, Bätzing, Marx und der heikle Fall im Bistum Trier









von links nach rechts: Georg Bätzing, ehemaliger Generalvikar im Bistum Trier und heutiger Bischof von Limburg; Stephan Ackermann, "Missbrauchsbeauftragter" der DBK, seit 2009 Bischof von Trier,  und Reinhard Marx, von 2002 - 2009 Bischof von Trier, heute Kardinal von München-Freising, u.a. Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz / (ca)
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Missbrauch in der Kirche: Sein Pfarrer soll ihn missbraucht haben. - Aber er kann es nicht beweisen.
Wie soll die Kirche mit einem mutmaßlichen Täter umgehen, der mehrfach angezeigt, aber nie verurteilt wurde? Der heikle Fall im Bistum Trier.

Im Frühjahr 2006 kauft Michael W. eine Prepaidkarte, um den Priester Otmar M. telefonisch anzuzeigen. W. will unerkannt bleiben, er hat Angst. Was, wenn am Ende Aussage gegen Aussage steht? Wenn sich das Blatt wendet und der Pfarrer ihn wegen Rufmords anzeigt und er, das Opfer, als Täter dasteht? Michael W. wählt die Nummer der Pressestelle des Landeskriminalamtes in Saarbrücken. Am Telefon beschuldigt er Priester Otmar M., ihn seit 1998 mehrfach sexuell belästigt zu haben. Er erzählt seine ganze Geschichte, nennt Orte, Namen, kommt ins Reden – und verplappert sich. Sein Plan, anonym zu bleiben, geht schief. Die Frau am Telefon versichert ihm, die Zuständigen zu informieren. Die Staatsanwaltschaft leitet ein Ermittlungsverfahren gegen Pfarrer M. ein. Wenige Monate später wird das Verfahren wegen Verjährung eingestellt.

Sieben weitere Male ist Pfarrer M. seitdem bei der Staatsanwaltschaft angezeigt worden.  Die Vorwürfe reichen von illegalem Waffenbesitz bis zum schweren sexuellen Missbrauch einer Grundschülerin. Zu einer Anklage ist es nie gekommen. Alle Verfahren wurden inzwischen von der Staatsanwaltschaft Saarbrücken eingestellt – das letzte Anfang April 2017.

Marx hatte von den Ermittlungen gewusst. In einer Sitzung der Personalkommission des Bistums informierte ihn der damalige Missbrauchsbeauftragte des Bistums, Prälat Rainer Scherschel, mündlich über die Einstellung des Verfahrens. In welchem Umfang die Information damals erfolgte und ob der Bischof von der Aussage des Pfarrers gegenüber der Polizei wusste, ist nicht mehr nachzuvollziehen. In einer Stellungnahme des Bistums heißt es heute: "Es trifft zu, dass aufgrund dieser Unterrichtung der Bischof und der Generalvikar weitere Untersuchungen nicht für erforderlich hielten."

2013 war der damalige Trierer Generalvikar Georg Bätzing, der heute Bischof in Limburg ist, verantwortlich.

Das Bistum Trier, das momentan seine kircheninternen Ermittlungen abschließt, will den Fall gegenüber der ZEIT nicht kommentieren. Zu den seit Juli 2016 laufenden Ermittlungen sagt Otmar M.: "Davon weiß ich bisher nur aus dem Fernsehen." Zum fünften Mal wird er verdächtigt, ein Kind sexuell missbraucht zu haben. Alles frei erfunden, erklärt M. ...

Bistum Trier: Kardinal Marx sieht Versäumnis in Missbrauchsskandal „leider erst im Nachhinein“

Kardinal Marx, 
hier ein Archivbild aus Fulda vor einigen Jahren 
während der Bischofskonferenz in Fulda - (Bildquelle: osthessen-news.de)


Die Kirche, er selbst eingeschlossen, habe zu wenig wahrhaben wollen, was Priester jungen Menschen antun können. Das Verhalten der katholischen Kirche sei den leidvollen Situationen der Opfer nicht immer angemessen gewesen. „Für mich persönlich möchte ich ausdrücklich festhalten, dass ich heute und leider erst im Nachhinein erkenne, dass ich intensiver hätte nachfragen müssen“, sagte Marx.

Anlass der Äußerung ist laut „Zeit“ der Fall eines heute 32-jährigen Manns, der als Heranwachsender vom Priester seiner katholischen Gemeinde im Saarland mehrfach missbraucht wurde. Kardinal Marx war damals, im Jahr 2006, Trierer Bischof und damit auch zuständig für das Saarland.

Zur Verurteilung des Priesters kam es nicht. Die Vorwürfe waren bereits verjährt, als das mutmaßliche Opfer den Geistlichen anzeigte. Nach Aussagen des Opfers nahm das Bistum damals keinen Kontakt zu ihm auf. Sieben weitere Male war der Priester angezeigt worden. Alle Verfahren wurden eingestellt. 

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Mittwoch, 3. Mai 2017

Bistum Trier / Freisen: Marx räumt "Versäumnisse" als ehemaliger Trierer Bischof ein


Reinhard Kardinal Marx, ehemals Bischof von Trier, 
Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz 
(picture alliance/dpa - Matthias Balk)

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, hat Versäumnisse im Umgang mit Missbrauchsfällen eingeräumt.

Für die Kirche und für ihn selbst sei es ein schmerzhafter Lernprozess gewesen, vor allem und in allem von der Perspektive der Opfer her zu denken und zu handeln, sagte Marx der Wochenzeitung "Die Zeit". 
Man habe zu wenig wahr haben wollen, was Priester jungen Menschen antun könnten. 

Marx äußerte sich auf Anfrage der "Zeit" zum Fall eines Mannes, der als Heranwachsender von einem Priester im Saarland mehrfach missbraucht wurde. Damals war Marx der zuständige Ortsbischof.




Samstag, 22. April 2017

Bistum Münster: Zweites Verfahren gegen Priester eingestellt

Lohne/Münster Die Ermittlungen gegen einen Priester aus Lohne (Kreis Vechta) wegen des Verdachts auf den Besitz jugendpornografischer Schriften sind eingestellt worden. Es habe sich „kein hinreichender Tatverdacht“ ergeben, bestätigte die Erste Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Hannover, Kathrin Söfker, am Freitag.

Die Dateien auf dem beschlagnahmten Computer des zunächst Verdächtigen seien gelöscht gewesen, dann aber wiederhergestellt worden, so die Staatsanwältin. Einige wenige Bilder darin hätten möglicherweise als jugendpornografisch gelten können. Allerdings sei das Alter der abgebildeten Menschen nicht einzuschätzen gewesen. Es könne sich auch um Volljährige handeln, so dass die Bilder „legal“ gewesen seien, hieß es.

Gegen den Priester waren zuvor bereits Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Oldenburg wegen sexuellen Missbrauchs geführt worden. Auch dieses Verfahren war eingestellt worden.

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Donnerstag, 13. April 2017

Bistum Trier: Viertes (!) Ermittlungsverfahren gegen ehemaligen Pfarrer von Freisen eingestellt

Die Staatsanwaltschaft hat ihr viertes Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Freisener Pfarrer M. eingestellt. Sie hatte zuletzt den Verdacht auf Missbrauch eines Kindes geprüft.

Der Fall um den Freisener Pfarrer M. soll über 20 Jahre zurückliegen und wäre somit verjährt. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft bereits in drei weiteren Missbrauchs-Verdachtsfällen gegen den Priester ermittelt und die Verfahren ebenfalls eingestellt.

Für den katholischen Geistlichen ist die Affäre damit aber nicht abgeschlossen. Das Bistum Trier ermittelt in zwei Verdachtsfällen kirchenintern gegen ihn. Das sehen die kirchlichen Leitlinien so vor. Der 63-Jährige hat seit rund einem Jahr Kontaktverbot zu Minderjährigen und darf keine Messe feiern. Seit 2015 lebt er in Rheinland-Pfalz.

Von den Missbrauchsvorwürfen gegen den ehemaligen Pfarrer von Freisen wusste auch der damalige Trierer Bischof und heutige Kardinal Reinhard Marx.

Donnerstag, 6. April 2017

Deutschland/ Schweiz: Selbst nachdem der Täter den sexuellen Missbrauch gestand, erfolgte durch den ehemaligen deutschen Apostolischen Nuntius weder eine Strafanzeige noch wurde ein kanonisches Verfahren eingeleitet

"Also, dann wissen Sie, was zu tun ist"

Darauf angesprochen, wie es möglich war, dass Allaz weiterhin als Priester amten konnte, schreibt der heute 78-jährige Périsset auf Anfrage von kath.ch: «Sobald Pater Joël zugegeben hatte, dass er den kleinen Daniel sexuell missbraucht hatte, habe ich dem Regionaloberen der Westschweizer Kapuziner gesagt: ‘Also, dann wissen Sie, was zu tun ist'». 

Eine Versetzung des Täters nach Grenoble (F) fand tatsächlich statt. Dies geschah innerhalb von drei Tagen, in Absprache zwischen Mamie und Gervais Aeby, dem damaligen Provinzial der Kapuziner, der noch im selben Jahr tödlich verunglückte. 

Doch Allaz war in  Frankreich weiterhin pastoral tätig  und es kam hier zu weiteren sexuellen Übergriffen.

Es wurde jedoch weder eine Strafanzeige erstattet, noch ein kanonisches Verfahren eingeleitet.  Die Taten von Joël Allaz seien noch nicht einmal genauer untersucht worden, hält die Untersuchungsrichterin fest

Die Untersuchungsrichterin hält die Frage dennoch für legitim, ob sich die oben erwähnten Verantwortlichen damit der Begünstigung schuldig gemacht haben. Gemäss Artikel 305 des Strafgesetzbuches ist es strafbar, eine Person der Strafverfolgung zu entziehen. Weil dieses Vergehen jedoch nach sieben Jahren verjährt, stellte sich diese Frage schon 2008 nicht mehr.

Denn das Versäumnis von Périsset, für eine wahrscheinliche Straftat keine kirchenrechtliche Untersuchung eingeleitet zu haben, sei kirchenrechtlich nicht als Straftat einzustufen. Bonnemain weist darauf hin, dass erst seit einem Jahr Bischöfe, die eine solche Abklärung unterlassen, kirchenrechtlich belangt werden können.

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  • Daniel Pittet: «Der Vergewaltiger ist nach wie vor Priester»:  Während vier Jahren wurde der Freiburger Daniel Pittet als Ministrant von einem Priester vergewaltigt. Der heute 58-jährige Familienvater hat darüber ein Buch geschrieben.  Das Buch «Mon Père, je vous pardonne» von Daniel Pittet ist beim Französischen Verlag «Edition Philippe Rey» erschienen. Auf Anfrage erklärte der Verlag, man sei daran zu überprüfen, ob es eine deutschsprachige Übersetzung geben wird, man «gehe aber davon aus». ("Quelle: kath.ch")

Mittwoch, 5. April 2017

Rom: Papst besetzt Schlüsselposten gegen Missbrauch neu

Im Vatikan ist eine Schlüsselposition für die Ahndung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche neu besetzt worden: Papst Franziskus berief den irischen Priester John Joseph Kennedy zum neuen Leiter der Disziplinarabteilung der Glaubenskongregation, wie der Vatikan am Dienstag mitteilte.

Ende 2016 war bekannt geworden, dass der Papst drei Mitarbeiter der Glaubenskongregation ohne Angaben von Gründen und gegen den Willen von deren Präfekt, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, entlassen hatte. Laut unbestätigten Medienberichten soll einer von ihnen angeblich ein Mexikaner gewesen sein. Ob es sich hierbei um den Leiter der Disziplinarabteilung handelte, ist nicht bekannt.

Erzbistum Berlin: Pädophiler Pater R. muss sich dem Kirchengericht stellen

Jesuiten-Lehrer Peter R. soll allein am Berliner Canisius-Kolleg mehr als 100 Schüler missbraucht haben. Die katholische Kirche arbeitete seine Verbrechen nie konsequent auf. Das soll sich nun ändern.

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  • Verfahrensaufnahme zu Missbrauch am Canisius-Kolleg: Sieben Jahre nach Bekanntwerden der Missbrauchstaten am Berliner Canisius-Kolleg hat das Hauptstadt-Erzbistum nun ein Verfahren gegen den Beschuldigten eingeleitet und sucht nach Zeugenaussagen. Der Priester und ehemalige Jesuitenpater Peter R. sei von zahlreichen Personen beschuldigt worden, sie als Minderjährige in den Jahren 1970 bis 1988 sexuell missbraucht zu haben, heißt es auf der Internetseite des Erzbistums.

Sonntag, 2. April 2017

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: Im Jahr 2017 (!) stellt sich der Vatikan die Frage, in welcher Form Briefe von Missbrauchsopfern beantwortet werden könnten


Zollner: „Betroffene von Missbrauch, aber auch Leute, die etwas von Missbrauchsopfern wissen, schreiben an verschiedene Stellen im Vatikan, alle möglichen Stellen werden da angeschrieben. Es kommen Briefe beim Staatssekretariat an, bei der Ordensleutenkongregation, auch bei der Glaubenskongregation, aber auch in anderen Büros oder anderen Dienststellen. Sehr viele kommen mittlerweile auch direkt zum Büro unserer Kinderschutzkommission.  Die Frage ist dann erstens: Wie kann man antworten? Wer soll antworten? Und was soll geantwortet werden?  (...)  
Die sprachliche Schwierigkeit ist da ja auch schon gegeben. Das fließt natürlich mit ein, dass zunächst mal eine entsprechende Reaktion – eine Eingangsbestätigung kommt, aber darüber hinaus kann sich die Glaubenskongregation sicherlich nichts leisten. (...)
Wir sehen das Problem, dass manche Bischöfe halt nicht entsprechend reagieren und dass sich dann Betroffene an verschiedene Stellen des Vatikans wenden in der Hoffnung, dass hier war geschieht. Was hier geschieht – das kann ich Ihnen schon auch sagen – ist das, was menschenmöglich ist: Die Glaubenskongregation ist viel zu wenig personell ausgestattet, das sind viel zu wenig Leute (...)."

das komplette Interview von Radio Vatikan mit dem Jesuiten Pater Hans Zollner auf "radiovaticana.va" lesen

Montag, 27. März 2017

sexueller Missbrauch durch Angehörige der katholischen Kirche: "Der Rechtsschutz fehlt"


Florin: " Bei Straftaten, wie dem sexuellen Missbrauch von Kindern: Das ist ein weltliches Verbrechen, für das es eine weltliche Strafe gibt. Warum da die Paralleljustiz? Oder nicht zumindest eine Anzeigepflicht, dass die Kirche da nicht nur ihr eigenes Recht geltend machen kann, sondern auch sagen muss: Da respektieren wir weltliches Recht?Warum da die Paralleljustiz? Oder nicht zumindest eine Anzeigepflicht, dass die Kirche da nicht nur ihr eigenes Recht geltend machen kann, sondern auch sagen muss: Da respektieren wir weltliches Recht?" 

Demel: "Das sollte sie ja eigentlich auch. Denn dieses kirchliche Recht oder die kirchliche Rechtsordnung versteht sich immer als subsidiäre Rechtsordnung, die nur dann einschreitet oder regelt, wenn das weltliche Recht nicht hinreichend oder gar nichts dazu regelt oder gar nichts regeln kann. Wenn man jetzt beim sexuellen Missbrauch – ich würde lieber "sexuelle Gewalt" sagen -, wenn wir das anschauen, dann hat eigentlich die Kirche von der Idee her das genau eingehalten (?, Anmerk. ca) – die Frage war nur, wie die Amtsträger damit umgegangen sind. Wenn Sie in das kirchliche Gesetzbuch hineinschauen, dann gibt es eigentlich keinen Straftatbestand 'Sexuelle Gewalt gegen Minderjährige', sondern es ist eine Regelung, die sehr kompliziert formuliert ist. - Und da ist unter anderem auch sexueller Missbrauch gegen Minderjährige als Verletzung der Zölibatspflicht geahndet. Das ist genau eigentlich der Hintergrund. Die katholische Kirche sagt: Sexueller Missbrauch wird durch das weltliche Recht geregelt. Das verlangt dann aber auch, dass die kirchlichen Amtsträger jedes Anzeichen einer solchen Tat auch der weltlichen Strafrechtbehörde melden. Da ist eigentlich das Vergehen. Zusätzlich sagt die katholische Kirche, ist da noch eben etwas, was spezifisch unsere Rechtsgemeinschaft betrifft, eben die Zölibatsverletzung." 


Die Gesetze der katholische Kirche"Der Rechtsschutz fehlt"

Vor 100 Jahren erschien der Codex Iuris Canonici, das Gesetzbuch der katholischen Kirche. Es regelt die Rechte und Pflichten der Gläubigen, den Zugang zu Ämtern und die Details der Ehe. 1983 wurde es modernisiert, modern ist es nicht. Weder Gewaltenteilung noch Grundrechte sind vorgesehen. Was soll diese Paralleljustiz? Ein Gespräch mit der Kirchenrechtlerin Sabine Demel.



Bistum Hildesheim: Aufruf zur Mitteilung von Vorwürfen im Zusammenhang mit sexualisierter Gewalt im Bistum Hildesheim



den vollständigen Text auf "ipp-münchen.de" lesen

Bistum Hildesheim: mutmaßlich Betroffene des ehemaligen Bischofs Heinrich Maria Janssen und des pensionierten Priesters Peter R. gesucht

In Bezug auf Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs im Bistum Hildesheim startet das Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) aus München heute einen Aufruf an mögliche Opfer.
Menschen, die sexualisierte Übergriffe durch den verstorbenen Bischof Heinrich Maria Janssen oder den pensionierten Priester Peter R. während ihrer Tätigkeit im Bistum Hildesheim erlitten oder davon Kenntnis erlangt haben, werden gebeten, sich beim IPP München zu melden. Peter R. war von 1982 bis 1989 als Dekanatsjugendseelsorger in Göttingen und anschließend von 1989 bis 1997 in der Gemeinde Guter Hirt in Hildesheim, von 1997 bis 1998 in der Gemeinde St. Christophorus in Wolfsburg und von 1999 bis 2003 in der Gemeinde St. Maximilian Kolbe in Hannover tätig.
Darüber hinaus sind auch Hinweise darauf wichtig, wie das Bistum Hildesheim mit anderen (Verdachts-)Fällen sexualisierter Gewalt umgegangen ist. Das IPP München untersucht im Rahmen einer Gutachtenerstellung gegenwärtig vor allem die Missbrauchsvorwürfe gegen Janssen und Peter R.
Alle Angaben und Daten werden streng vertraulich behandelt und nach Abschluss des Gutachtens gelöscht. Meldungen können über die E-Mail-Adresse Aufruf@ipp-muenchen.de oder im Zeitraum vom 27.03.2017 bis zum 13.04.2017 von Montag bis Freitag zwischen 9 und 12 Uhr unter der Telefonnummer 0152/34 70 68 30 abgegeben werden.Die Mitarbeiter des IPP verfügen über umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit von sexualisierter Gewalt betroffenen Menschen, können aber keine umfangreiche psychosoziale Beratung oder Begleitung leisten.
Zu diesem Zwecke besteht eine Kooperation mit mehreren (nichtkirchlichen) auf sexualisierte Gewalt spezialisierte Beratungsstellen auf dem Gebiet des Bistums Hildesheim. Diese Beratungseinrichtungen sind über den Aufruf informiert und auf entsprechende Anfragen vorbereitet. Betroffene Menschenerhalten bei Bedarf vom IPP die Kontaktdaten der Einrichtungen.
Das IPP ist ein unabhängiges sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut mit Sitz in München und steht in keinem Abhängigkeitsverhältnis oder Interessenkonflikt mit der katholischen Kirche. Es verfügt über umfassende Erfahrungen in der Aufarbeitung von Missbrauchs- und Misshandlungsfällenu.a. in kirchlichen Einrichtungen.
Weitere Informationen zum IPP, zum Gutachtenauftrag und dem damit verbundenen Aufruf können unter http://www.ipp-muenchen.de/ bzw. http://www.ipp-muenchen.de/texte/2016_hildesheim.pdf abgerufen werden.

Quelle: "bistum-hildesheim.de"